Machen Sie diesen Fehler?

Kurzfristig „Löcher stopfen“- statt Mitarbeiter langfristig binden.

Geht es Ihnen auch so?

Meine letzten beiden Beiträge habe ich der derzeit akuten Belastung gewidmet, dass Apotheken keine (geeigneten) Mitarbeiter finden – und aufgezeigt, worauf es heute ankommt, um die richtigen Leute ins Team zu holen.

Nun geht es aber letztlich nicht nur um das Finden neuer Mitarbeiter. Beständige Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital des Unternehmens.

Mitarbeiterbindung ist aus gutem Grund ein Kernthema!

Langfristige Mitarbeiterbeziehungen bieten die Möglichkeit, gemeinsam auf ein großes Ziel hinzuarbeiten. Sie schaffen ein Gefühl der Zugehörigkeit, die Möglichkeit die Entwicklung des Teams gezielt zu formen, um die Talente in den entscheidenden Bereichen zu fördern.

Es gibt aber noch andere Gründe:

  • Know-how geht nicht verloren
    Verlässt ein begabter Mitarbeiter das Unternehmen Apotheke, geht mit ihm auch eine Menge Wissen verloren, das dieser sich über die Jahre angeeignet hat. Je mehr Expertise verloren geht, desto schwieriger wird es, einen Mitarbeiter gleichwertig zu ersetzen. Das stellt viele vor Probleme.
  • Konkurrenten werden nicht gestärkt
    Talente gehen nicht nur von einem Unternehmen weg, sondern schließen sich auch einem anderen wieder an. Das Wissen und die Fähigkeiten, die man verliert, gehen zu einem Konkurrenten über, der dadurch möglicherweise im Vorteil ist.
  • Es muss weniger investiert werden
    Neue Mitarbeiter kosten Geld, nicht nur das Gehalt, sondern auch Ausschreibungen in Jobbörsen, Vorstellungsgespräche und teils aufwendige Bewerbungsverfahren müssen finanziert werden.

Um Mitarbeiter langfristig zu binden, braucht es echte Führung.

Denn Mitarbeiter, die sich als wichtiger Teil eines gemeinsamen Weges zum Ziel empfinden, Entwicklungsmöglichkeiten haben und den tiefgehenden Sinn ihres persönlichen Einsatzes spüren und erkennen, bleiben.

Kürzlich hat mir eine Leserin geschrieben und mich gefragt, welche konkreten Führungsmethoden ich ihr nun – für die Zeit NACH der Krise – empfehlen könne. Sie habe in den vergangenen Jahren schon einige Mitarbeiter-Motivations-Seminare gebucht. Doch nach 2 Monaten war schon alles wieder beim Alten.

Woran liegt das? Meiner Meinung nach liegt hier die Krux schon im Wort „Motivation“. Motivation ist etwas, das Sie ständig und immer wieder von außen Ihren Mitarbeitern „zuführen“ müssen (extrinsische Motivation). Und dieses dauernde Tun müssen, ermüdet einfach jede Führungskraft.

Sie fragen sich, warum die Mitarbeiter denn nicht von selbst wissen oder gar bemerken, was wann und wie zu tun ist? Und warum sie so wenig „von sich aus“ motiviert (intrinsische Motivation) sind?

Wirklich dauerhaft und stressfrei funktioniert Führung nur, wenn Sie es schaffen, Ihre Mitarbeiter innerlich zu motivieren. Und dann sprechen wir auch nicht mehr von „Motivation“, sondern „Inspiration“.

Das ist auch der Grund, warum die Wirkung von Motivations-Trainings nicht lange anhält. Die meisten Motivations-Trainer haben eine berufliche Vergangenheit im Konzern-Management.

Die Aufgabe von Managern ist es, kurzfristige Zielsetzungen zu erreichen. Das sind Ziele, die den Einsatz von Projektmanagement-Methoden fordern. Darin haben diese Trainer natürlich viel Know-how und Erfahrung, die sie in ihren Seminaren weitergeben.

Aber Ihre Apotheke ist doch kein kurzfristiges Projekt!!! In Ihrem Apotheken-Unternehmen geht es um größere, weitreichender, Zielsetzungen.

Mitarbeiterführung in Apotheken braucht eine UNTERNEHMERTAUGLICHE, LANGFRISTIGE AUSRICHTUNG. Schließlich wollen Sie Ihr Apotheken-Unternehmen erfolgreich in die Zukunft führen, vielfach sogar an die nächste Generation weitergeben.

In meinem Berateralltag als Expertin für Positionierung, Marketing und Unternehmer-Wissen für Apotheken erlebe ich seit vielen Jahren immer wieder, dass sich Apotheken-Betreiber mit der Führung ihrer Teams abmühen. Delegieren wird als große Herausforderung empfunden und es gelingt vielfach einfach nicht, das Team langfristig auf den richtigen Kurs zu bekommen.

Viele Apotheker wünschen sich dann ein paar handfeste Führungs-Methoden und -tools, damit Führung endlich stress-freier wird und funktioniert.

Der Wunsch ist verständlich. Lässt sich so aber nicht erfüllen. Denn gute Führung setzt nicht beim Mitarbeiter an, sondern beim Chef/der Chefin!

Wenn ein Apotheken-Unternehmer selbst keine Idee davon hat, WO seine Apotheke in ein paar Jahren stehen soll, WOFÜR sie stehen soll und WARUM Mitarbeiter sich dafür einsetzen sollen – dann fehlt auch die logische Grundlage für erfolgreiches Delegieren.

In einem solchen Fall werden sogar Sie als Führungskraft Ihr delegieren immer als befehlen bzw. anordnen empfinden. Und Mitarbeiter fühlen sich dann schnell einmal „bevormundet“ und „kontrolliert“. Sie hören auf sich selbst aktiv einzubringen – warten im schlimmsten Fall immer erst auf Ihre „Anordnungen“. Das kann für beide Seite unangenehm sein und auch Spannungen erzeugen. Das Ergebnis ist, dass dieses „Delegieren“ in so vielen Fällen nicht funktioniert.

Damit Delegieren wirklich funktioniert, müssen Sie alle Entscheidungen – also auch Mitarbeiter-Führung – auf die Zukunfts-Vision Ihrer Apotheke ausrichten.

Als Apotheken-Unternehmer/in sind Sie verantwortlich dafür zu sorgen, dass Ihr Team eine klare Vorstellung davon hat, wohin die Reise geht. Dazu gehört, natürlich auch, dass Sie diese Vision immer und immer wieder kommunizieren. Nur so können Sie erreichen, dass sich alle mit diesem höheren Ziel identifizieren, sich selbst gerne einbringen und engagieren (= intrinsische Führung).

Wer dagegen nur von einem kurzfristigen (Finanz-) Ziel zum anderen springt und seinen Mitarbeitern sonst keine Anhalts-Punkte bietet, riskiert, dass die Spannung, der tiefere Sinn und damit das Engagement verloren geht. Mitarbeiter fragen sich dann sehr schnell „wozu denn das Ganze?“ und schoten sich innerlich ab.

Richten Sie daher alle großen und kleinen Ziele immer an Ihrem Zukunftsbild aus. Jedes, auch noch so kleine Ziel, jeder noch so kleine Erfolg muss dazu beitragen, die Vision voranzubringen!

Vermeiden Sie die bloße Ausrichtung auf kurzfristige Ziele. Sie riskieren dabei Entscheidungen zu treffen, die nur vorübergehend taugen – auf lange Sicht aber sogar Schaden bringen können!

Ein Team dagegen, das seine Kunden tag-täglich die Vision/das WARUM spüren lässt, erreicht diese auch auf emotionaler Ebene. Das ist das beste Rezept, um Ihre Kunden gegenüber Online-Anbietern immun werden zu lassen.

Und darüber hinaus erscheint Führung auf einmal ganz leicht und fühlt sich für alle gut an.

Viktoria Hausegger
Expertin für Positionierung, Marketing
und Unternehmer-Wissen für Apotheken
Autorin dieses Fachartikels

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